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1924

1924

Gründung des Vereins

Eishockey wurde in Kladno bereits lange vor der offiziellen Gründung des Vereins gespielt. Als Spielflächen dienten im Winter die zugefrorenen Teiche der Umgebung. Dank der Initiative der vier Sportbegeisterten Hugo Laitner, Otakar Kožíšek, Rudolf Prošek und Karel Unger gewann das sogenannte „kanadische Hockey“ zunehmend an Popularität. Der Einsatz dieser Pioniere gipfelte am 13. November 1924 im Hotel U Bílého beránka, wo die Hockey-Abteilung des SK Kladno gegründet wurde – aus ihr gingen später die heutigen Rytíři Kladno hervor.

Die erste Saison blieb allerdings zunächst nur ein Vorhaben. Kladno sollte gegen Union Žižkov antreten, doch das Wetter verhinderte das geplante Auftaktspiel: Ohne Frost gab es keine geeignete Eisfläche. Das erste offizielle Spiel der Vereinsgeschichte fand daher erst am 26. Dezember 1925 statt, als HOSK Kladno gegen AFK Union Žižkov mit 1:15 unterlag. Den ersten Treffer der Vereinsgeschichte erzielte Karel Unger. In den folgenden Jahren etablierte sich der Klub zunächst auf einer Eisfläche bei „Amálka“, später hinter der Tribüne des SK Kladno, wo die erste moderne Eisbahn mit Banden, Beleuchtung und Wasseranschluss entstand. Damit begann sich das Kladnoer Eishockey langsam von seiner romantischen Teichhockey-Vergangenheit zu lösen und die Grundlagen für seine spätere Größe zu schaffen.

1948

Von den Schmelzhütten zum ersten Titel

Die ersten Nachkriegsjahrzehnte waren eine Zeit der Suche nach einer neuen Identität und des Aufbaus einer festen Position des Kladnoer Eishockeys in der tschechoslowakischen Spitzengruppe. Im Jahr 1948 verwendete der Verein das Emblem von SONP Kladno, das direkt auf die Vereinigten Stahlwerke (Spojené ocelárny národní podnik) verwies – den wichtigsten Förderer des Vereins und eines der bedeutendsten Industrieunternehmen der Region. Der Eishockeysport war eng mit der Entwicklung der Kladnoer Stahlindustrie verbunden, die die Grundlage für das Wachstum des Vereins bildete.

1953 änderte sich die Vereinsidentität mit der Einführung des Namens Baník Kladno. Das Wappen mit Bergbaumotiv spiegelte die damalige Sportstruktur der Tschechoslowakei wider und betonte den industriellen Charakter der Region. Fünf Jahre später, im Jahr 1958, nahm der Verein den Namen SONP Kladno an und trat damit in die erfolgreichste Phase seiner Geschichte ein. Das neue Logo mit Löwe und Eishockeyschläger wurde zum Symbol einer Mannschaft, die bereits ein Jahr später ihren ersten Meistertitel gewann. Diese Epoche legte den Grundstein für den späteren Ruhm des Kladnoer Eishockeys.

1959

Der erste Meistertitel

Vom Gründungsjahr bis zum ersten tschechoslowakischen Meistertitel vergingen 35 Jahre. Im Jahr 1959 gewann die von Trainer Vlastimil Sýkora geführte Mannschaft erstmals die nationale Meisterschaft und veränderte damit dauerhaft die Wahrnehmung Kladnos als Eishockeystadt.

Paradoxerweise musste der bis dahin größte Erfolg der Vereinsgeschichte in Prag gefeiert werden. Das heimische Stadion wurde gerade umgebaut und überdacht, sodass die Meisterschaftssaison im Exil auf der Štvanice-Eisbahn ihren Höhepunkt fand.

Die Mannschaft um Kapitän Stanislav Bacílek durchbrach die Dominanz von Rudá hvězda Brno. Damit bewies sie, dass auch eine Stadt des Kohle- und Stahlbergbaus ein Spitzenteam hervorbringen kann. Zum Meisterkader gehörten unter anderem Jiří Kulíček, Zdeněk Beran, Václav Fröhlich, Josef Froněk, Přemysl Hainý, Jaroslav Jiřík, Vladimír Kopecký, Zdeněk Landa, Zdeněk Müller, Bohumil Prošek, Miroslav Rys, František Šebek, Pavel Šanda und Jaroslav Volf.

Dieser erste Titel markierte den endgültigen Aufstieg Kladnos zu einer der bedeutenden Adressen des tschechoslowakischen Eishockeys.

1974

Die goldenen Siebzigerjahre und der letzte Meistertitel

Die erfolgreichste Epoche des Kladnoer Eishockeys begann in den 1970er-Jahren. Nach der langjährigen Dominanz von Dukla Jihlava kehrte Kladno in der Saison 1974/75 an die Spitze zurück. Trainer Jaroslav Volf führte ein außergewöhnlich starkes Team.

Mit František Pospíšil und František Kaberle in der Defensive sowie Milan Nový, Eduard Novák, Václav Sýkora, Lubomír Bauer, Bohumil Čermák, Jaroslav Vinš, Zdeněk Nedvěd und Miroslav Křiváček gehörte Kladno zu den stärksten Mannschaften der Liga. Der zweite Meistertitel der Vereinsgeschichte wurde ausgerechnet im Jahr des 50-jährigen Vereinsjubiläums gewonnen.

Damit begann die goldene Ära jedoch erst. 1976 verteidigte Kladno den Titel erfolgreich. Milan Nový gewann erstmals die Scorerwertung der Liga und feierte gemeinsam mit Pospíšil, Kaberle und Novák den Weltmeistertitel in Katowice. In der Saison 1976/77 machte Poldi Kladno den goldenen Hattrick perfekt und gewann den dritten Meistertitel in Folge, während Nový mit 59 Toren einen bis heute außergewöhnlichen Ligarekord aufstellte. Der vierte Titel in Serie folgte 1978, der fünfte Meistertitel des Jahrzehnts schließlich 1980 – bereits unter der Führung von František Pospíšil und mit Milan Nový als Kapitän. Seitdem wartet Kladno auf einen weiteren Meisterschaftserfolg.

1977

1979

Europapokal der Landesmeister und Spiele gegen NHL-Teams

Die Stärke des damaligen Kladno zeigte sich nicht nur national. Der Klub nahm mehrfach am Europapokal der Landesmeister teil und gewann 1979 den Wettbewerb, der offiziell zur Saison 1977 gehörte, jedoch erst 1979 abgeschlossen wurde.

Poldi Kladno setzte sich gegen die Mannschaft aus Nowy Targ sowie den finnischen Vertreter TPS durch und erreichte das Finale gegen Spartak Moskva. Beide Endspiele endeten 4:4, sodass ein Penaltyschießen entscheiden musste. Torhüter Miroslav Krása hielt zwei Versuche, während Eduard Novák und Miroslav Křiváček ihre Chancen verwandelten. Kladno feierte damit den Titel des europäischen Klubmeisters.

Poldi Kladno setzte sich gegen die Mannschaft aus Nowy Targ sowie den finnischen Vertreter TPS durch und erreichte das Finale gegen Spartak Moskva. Beide Endspiele endeten 4:4, sodass ein Penaltyschießen entscheiden musste. Torhüter Miroslav Krása hielt zwei Versuche, während Eduard Novák und Miroslav Křiváček ihre Chancen verwandelten. Kladno feierte damit den Titel des europäischen Klubmeisters.

Auch die Reisen nach Nordamerika waren ein Höhepunkt dieser Zeit. Kladno maß sich mit Teams aus dem professionellen Eishockey. Im Jahr 1976 absolvierte die Mannschaft unter dem Banner der tschechoslowakischen Nationalmannschaft sechs Spiele gegen Teams der WHA, darunter die Winnipeg Jets und die Edmonton Oilers. Damit bewies Kladno, dass es nicht nur in der Tschechoslowakei, sondern auch international bestehen konnte.

1989

Von Poldi Kladno zur eigenständigen Vereinsidentität

Zwischen 1989 und 1991 durchlief die Identität des Vereins einen bedeutenden Wandel, der sowohl die gesellschaftlichen Veränderungen nach der Samtenen Revolution als auch die schrittweise Loslösung von der traditionellen Verbindung zum Hüttenunternehmen Poldi widerspiegelte. Während das seit 1989 verwendete Logo weiterhin das markante Motiv eines Ritterkopfes sowie den Namen Poldi Kladno trug, trat der Verein bereits zwei Jahre später unter der Bezeichnung Hockey Club Kladno auf. Das neue Logo von 1991 brachte einen moderneren und sportlicheren visuellen Stil mit sich, der einen Eishockeyschläger, einen Puck und das Vereinswappen integrierte. Im selben Jahr entstand zudem eine farbige Variante des Emblems, die die traditionellen Kladener Blautöne mit Rot und Gelb kombinierte. Diese Phase symbolisierte den Übergang von der Ära eines starken Industriepartners hin zu einer eigenständigen Vereinsidentität und legte den Grundstein für die visuelle Präsentation des Vereins unter den neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen der frühen 1990er-Jahre.

1993

Die Ära von „Frau Poldi“ und das Ende einer langen Erfolgsgeschichte

Die 1990er-Jahre brachten Kladno die letzte große Erfolgsphase unter dem Symbol der „Frau Poldi“. Die Mannschaft gehörte zu den stärksten Teams des Landes und gewann in der Saison 1993/94 die Hauptrunde der Extraliga. Die berühmte „Blue Line“ mit Pavel Patera, Martin Procházka und Otakar Vejvoda junior dominierte die Liga, Patera gewann die Scorerwertung, und Kladno galt als einer der Topfavoriten auf den Titel. Im Halbfinale scheiterte das Team jedoch am späteren Meister aus Olomouc und gewann die Bronzemedaille – bis heute der letzte große Erfolg des Vereins in der höchsten Spielklasse.

Ein Jahr später kehrte während des NHL-Lockouts Jaromír Jágr nach Kladno zurück. Die Tribünen waren erneut voll besetzt. Wieder standen mit Patera, Procházka und Vejvoda drei Kladnoer Spieler an der Spitze der Scorerwertung. Doch auch diese Saison endete im Halbfinale.

Gleichzeitig begann sich die Welt zu verändern, aus der das Kladnoer Eishockey jahrzehntelang seine Stärke bezogen hatte. Die Krise der Stahlindustrie und die gesellschaftlichen Umbrüche der 1990er-Jahre spiegelten sich in der Vereinsidentität wider. Das Symbol der „Frau Poldi“ verschwand allmählich von den Trikots, und der Klub trat unter verschiedenen Namen auf – von Velvana über Vagnerplast bis hin zu Rabat mit einem Bulldoggen-Logo.

Gerade in dieser Zeit zeigte sich jedoch die Stärke der Nachwuchsarbeit. Aus Kladno oder über Kladno führten die Wege zahlreicher Spieler in die NHL sowie zu olympischen und Weltmeistertiteln. Dazu gehörten Jaromír Jágr, Patrik Eliáš, Pavel Patera, Martin Procházka, Libor Procházka, František Kaberle junior, Tomáš Kaberle, Marek Židlický, Tomáš Plekanec, Milan Hnilička, Tomáš Vokoun und viele weitere.

1994

Namensänderungen und Entwicklung der Vereinsidentität nach 1994

Die Zeit ab Mitte der 1990er-Jahre brachte dem Eishockey in Kladno eine Reihe von Änderungen des Vereinsnamens sowie des Vereinslogos. Diese waren vor allem mit dem Kommen und Gehen von Hauptsponsoren verbunden, deren Namen sich im offiziellen Vereinsnamen widerspiegelten.

Im Jahr 1994 trug der Verein den Namen HC Poldi Kladno und knüpfte damit an die langjährige Verbindung mit der legendären Kladnoer Hüttenmarke an. Zwei Jahre später kehrte der Verein zur einfacheren Bezeichnung HC Kladno zurück und stellte zugleich ein neues Logo vor.

Eine weitere Änderung folgte 1997, als der Verein in HC Velvana Kladno umbenannt wurde. Um die Jahrtausendwende begann die Phase des HC Vagnerplast Kladno im Jahr 2000, die 2003 vom Namen HC Rabat Kladno abgelöst wurde.

Im Jahr 2006 spiegelte sich die Partnerschaft mit dem Unternehmen GEUS OKNA im Vereinsnamen wider, und der Klub trat als HC GEUS OKNA Kladno auf. Vier Jahre später kehrte der Name HC Vagnerplast Kladno noch einmal kurz zurück; unter diesem Namen bestritt die Mannschaft die Saison 2010–2011.

Eine grundlegende Veränderung erfolgte vor der Saison 2011–2012, als die neue Vereinsidentität Rytíři Kladno vorgestellt wurde. Neben dem neuen Namen erhielt der Klub auch ein neues Logo und einen einheitlichen visuellen Stil, der zum Symbol eines weiteren Kapitels in der Geschichte des Kladnoer Eishockeys wurde.

2011

Von „Frau Poldi“ zu den Rittern

Nach dem Ende der Industrieära stand Kladno vor schwierigen Herausforderungen. Der Verein kämpfte wiederholt mit finanziellen Problemen und wechselnden Strukturen. In einer kritischen Phase spielte Jaromír Jágr senior eine entscheidende Rolle, als er 1994 das Überleben des Klubs sicherte. Später übernahm Jaromír Jágr selbst und leitete ab 2011 die neue Ära der Rytíři Kladno ein.

Die Ritter-Ära bot große Rückkehrmomente, aber auch harte Rückschläge. Während des NHL-Lockouts spielten Stars wie Jaromír Jágr, Tomáš Plekanec, Tomáš Kaberle, Jiří Tlustý und Marek Židlický für Kladno. Die Saison 2012/13 zeigte die enorme Anziehungskraft des Klubs: Aufgrund des großen Zuschauerinteresses wurden drei Spiele in der O2 Arena in Prag ausgetragen – jedes war ausverkauft.

2014 folgte der Abstieg. Nach der Rückkehr in die Extraliga im Jahr 2021 musste sich Kladno regelmäßig in wiederholten Abstiegskämpfen behaupten. Dennoch entstanden auch in schwierigen Zeiten bemerkenswerte Leistungen: Brady Austin stellte mit 18 Toren einen Rekord unter Verteidigern in der Hauptrunde auf, Jiří Ticháček führte die Scorerwertung der Extraliga-Verteidiger an, und Eduards Tralmaks gewann in der Saison 2024/25 die Gesamtwertung der höchsten tschechischen Liga.

2021

2025

Eine neue Ära für die Ritter mit neuem Eigentümer

Im Jahr 2025 verkaufte Jaromír Jágr seine Mehrheitsbeteiligung an Tomáš Drastil, und Kladno begann ein weiteres neues Kapitel seiner Geschichte.

Nach Jahren, in denen der Verein wiederholt vor allem um sein Überleben kämpfen musste, erhielten die Ritter mit Tomáš Drastil einen starken Eigentümer mit einer klaren Vision für die langfristige Entwicklung des Klubs. Bereits in den ersten Monaten seiner Tätigkeit leitete Drastil einen umfassenden Wandel ein, dessen Ziel der Aufbau einer modernen, wirtschaftlich stabilen und professionell geführten Eishockeyorganisation war. Er berief Renata Pánková zur neuen Geschäftsführerin des Vereins, holte Tomáš Plekanec als Sportdirektor zurück und begann mit der systematischen Stärkung aller Bereiche der Organisation.

Unter dem neuen Eigentümer wurden die wirtschaftlichen Grundlagen des Klubs deutlich gestärkt, das Management erweitert, in die Nachwuchsförderung investiert, die Kommunikation mit Fans und Partnern modernisiert und die internen Prozesse schrittweise professionalisiert. Gleichzeitig gelang es, zahlreiche hochwertige Spieler zu verpflichten und die Voraussetzungen für die sportliche Weiterentwicklung sowohl der Profimannschaft als auch der Nachwuchsakademie zu schaffen. Nach langer Zeit konnte sich der Verein wieder auf Wachstum und Zukunftsperspektiven konzentrieren, anstatt lediglich existenzielle Probleme zu lösen.

Auch sportlich brachte die erste Saison der neuen Ära positive Ergebnisse. Nach mehreren Jahren im Kampf gegen den Abstieg erreichten die Ritter die Pre-Play-offs und erzielten damit das beste Ergebnis seit ihrer Rückkehr in die höchste Spielklasse. Kladno setzte damit ein deutliches Zeichen, dass das Ziel der neuen Ära unter Tomáš Drastil nicht nur eine stabile Zugehörigkeit zur Extraliga ist, sondern die schrittweise Rückkehr unter die bestgeführten und sportlich erfolgreichsten Eishockeyorganisationen der Tschechischen Republik.

2026

Nachwuchs: Talentschmiede mit insgesamt 19 Meistertiteln

Das Kladnoer Eishockey beruhte nie ausschließlich auf der ersten Mannschaft. Seine besondere Stärke lag über Jahrzehnte in der Nachwuchsarbeit, die zu den besten im Land gehörte. Neben dem Hauptverein spielte auch PZ Kladno eine wichtige Rolle. Den ersten Nachwuchsmeistertitel gewann DSO Baník PZ Kladno bereits 1956 unter Trainer Vladimír Svoboda. Insgesamt holten Kladnoer Teams 19 nationale Nachwuchstitel.

Die erfolgreiche Tradition setzte sich in der modernen Ära fort. Die Junioren gewannen zwischen 2002 und 2006 drei Meistertitel, 2008 kam ein weiterer hinzu. Besonders die Jahrgänge der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre prägten eine starke Generation mit Spielern wie Jakub Voráček, Ondřej Pavelec, Radko Gudas, Jiří Tlustý und Michael Frolík. Die letzten Jahre waren schwieriger: Sowohl U18 als auch U20 mussten den Abstieg hinnehmen. Während die U18 weiter um Rückkehr kämpft, gelang den Junioren 2026 die Rückkehr in die Extraliga. Die Entwicklung des Nachwuchshockeys bei den Rytíři Kladno liegt seit der Saison 2026-2027 in den Händen des erfahrenen Sportwissenschaftlers und ehemaligen Verteidigers Lukáš Chmelíř, der die Position des Nachwuchsmanagers übernommen hat. Deshalb bleibt die Nachwuchsarbeit auch in der neuen Klubära ein zentrales Zukunftsthema.

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